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_____Reinhard Mussler

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Zur Person:
Reinhard Mussler Lauftherapeut (DLZ)

Vorwort zur schriftlichen Hausarbeit im Rahmen der Aus- und Weiterbildung zum Lauftherapeuten:

"Ich fühle mich unglaublich wohl" - so lautet die Überschrift eines Artikels von Alexander Weber, in dem er die Motive von Gewohnheitsläufern untersucht [in Psychologie heute (8/81)].

Als ich selbst vor ca. 12 Jahren zwangsweise mit dem Laufen anfing (nach Kreuzbandriß beim Handballspiel riet mir der behandelnde Chirurg, eine weniger verletzungsträchtige Sportart zu suchen), war mein Motiv einzig und allein die sportliche Leistungsfähigkeit. Diese trug zu dieser Zeit sehr stark zu meinem Selbstwertgefühl bei. Begriffe wie Wohlbefinden, seelisches Gleichgewicht, Gesundheit, Vitalisierung oder Streßabbau waren mir zwar nicht fremd, aber mit dem Laufen habe ich sie nicht in Verbindung gebracht.

Kurzum, ich gehörte, nicht zuletzt vielleicht der schnellen Fortschritte wegen, quasi über Nacht zum Typus der wohl am meisten (?) anzutreffenden Läufer-Gattung. Das ist jene, die Best-Zeiten hinterherläuft und bei der sich kaum ein Gespräch im Bekanntenkreis (der Kontakt mit Nicht-Läufern aus diesem wird spärlicher) nicht um Wettkampfergebnisse oder Trainingspläne dreht. Wenn ich zu dieser Zeit auf besagten Artikel gestoßen wäre - ich hätte nicht viel damit anfangen können.

Ich hatte mir eine Tretmühle konstruiert. Zu viel, zu schnelles, kurz: kopfloses Training. Verletzungen blieben nicht aus, Frustrationen überwogen die Erfolgserlebnisse, von der anfänglichen Lust auf Laufen keine Spur mehr - schließlich: erst mal Schluß mit Laufen.

Schöpferische Pause. Beschäftigung mit der Relativitätstheorie: Geschwindigkeit und Zeit sind relativ. Und die Zeit relativiert manches, auch Laufzeiten. Was wäre, wenn ich statt 35 tatsächlich nur noch 34 Minuten für 10 km brauchen würde? Falls der Lauf auf der Bahn stattfände, würde ich - vorausgesetzt ich hätte Glück und es wären nur lokale Größen am Start - statt vorher drei- dann vielleicht nur noch zweimal überrundet werden. Habe ich das vorher irgendwo mal gelesen bzw. überlesen oder ist mir das selbst eingefallen? Egal: diese Erkenntnis wirkt befreiend!

Befreit vom Zwang, laufen zu müssen, bekommen die Lauf-Einheiten eine neue Qualität. Das Laufen macht (wieder) Spaß. Die relativ umfangreiche Laufliteratur im heimischen Bücherregal, die ich vorher, ständig auf der Jagd nach Trainingshinweisen, angeschafft habe, lese ich beim zweitenmal unter ganz anderen Aspekten. Was ich vorher nicht verspürte aber von anderen doch schon lange beschrieben war, trifft jetzt auch auf mich zu: "Ich fühle mich unglaublich wohl".

Mehrere Jahre bin ich überzeugter Wohlfühl-Läufer. Ich nehme zwar immer noch ca. 2-3 mal pro Jahr an Volksläufen teil, aber unter anderen Vorzeichen: die gelaufene Zeit ist nicht mehr entscheidend für meine Stimmung nach dem Lauf. War ich früher meist erschöpft, kann ich heute das lustvolle Gefühl der Aus-Belastung, das sich beim Laufen im Grenzbereich einstellt, genießen.

Reinhard Mussler
im Oktober 1997
 


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